Wahnsinn mit System

Ein Zwischenruf aus dem Metallhandwerk.

Kaum zu fassen. Selbst in Bayern, in dem die Förderung von Handwerk und KMU immerhin Verfassungsrang hat, ist die durchschnittliche Betriebsgröße von 8 Mitarbeitern auf 4,6 geschrumpft. Fragt sich, ob mit oder ohne Inhaber. Ganz so großartig, kann der Aufschwung nach der letzten Krise für unser Handwerk also nicht gewesen sein. Der Wahnsinn dem Handwerksbetriebe täglich ausgesetzt sind, hat System und er ist planbar. Als Unternehmer wachst Du morgens auf und weisst ganz genau, was auf Tagesordnung steht: ein weiterer Versuch zwischen Scylla und Charybdis zu überleben. Der eine mit mehr, der andere mit weniger Erfolg. Macht ja nix. Hauptsache die Banken und die Versicherungen haben – Dank Basel III – genug Eigenkapital. Keine Ahnung, was für einen Metallbetrieb gefährlicher ist, die Willkür privater Auftraggeber oder die „Umarmungen” der Industrie. Die „Großen” sitzen sowie fast immer am längeren Hebel. Das trifft inzwischen – dank demographischem Wandel – auch auf den Arbeitsmarkt zu: Bei den Löhnen, die Konzerne zahlen können, haben wir Handwerker auf dem Arbeitsmarkt jetzt wieder einmal schlechte Karten. Fehlt nur noch, dass jetzt der Euro verzockt wird. Dann wird sich die Welt nicht nur keine Schweizer Produkte mehr leisten können, sondern auch keine Deutschen. Irgendwas läuft da schief in Berlin. Aber wir können schließlich nicht das auch noch selber machen.

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