Abheben mit Kownatzki Zahnrad- und Getriebefabrik.

Werner Kownatzki ist 68 Jahre alt. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Günter, einem „Zahnradgenie“, blickt er auf ein Lebenswerk zurück, das für die Art von Tugenden und Könnerschaft steht, die Deutschland und seine Menschen reich gemacht hat. Nicht nur an Geld.

„Supervogel hebt mit Teilen aus Wehr ab. Zahnrad- und Getriebefabrik Kownatzki liefert Steuerung für Landeklappen des Airbus A 380.“ konnten im Jahr 2005 Leser dem badischen Südkurier entnehmen.  Zu diesem Zeitpunkt hatten Werner und sein Bruder Günter Kownatzki es geschafft. Ohne ihr 1965 gegründetes Unternehmen hätte der Airbus A 380 nicht abheben können. Wichtige Antriebskomponenten, die für die Landeklappen benötigt werden, kann nur das Wehrer Unternehmen Kownatzki herstellen. Einige Maschinen und Verfahren, mit denen Kownatzki produziert, sind das bestgehütete Geheimnis des Unternehmens. Nur Wenige dürfen den Raum betreten, in dem die Betriebsgeheimnisse bewahrt werden. Mit gutem Grund: „Wir sind wiederholt vom Kunden und dem Wettbewerb gezielt ausspioniert worden“, erzählt der Seniorchef. Seitdem geht das baden-württembergische Unternehmen mit der Weitergabe von Know-How noch vorsichtiger um.

Die gelernten Mechanikermeister Werner und Günter Kownatzki sind stolz auf ihr Handwerk. Darauf haben sie ihre Karriere erfolgreich aufgebaut. Die Ausbildung war die notwendige Grundlage für weitere Qualifikationen. Günter Kownatzki hat sich an der Technischen Akademie Esslingen in Sachen Zahnräder weiter qualifiziert, Werner Kownatzki nahm das Management des Unternehmens in die Hand. Am Käser-Institut in Zürich absolvierte er Kurse in Betriebswirtschaftslehre und Management. 

„Wir sind groß geworden, weil wir unser Können geteilt haben“ sagt Werner Kownatzki. Und weil die beiden Brüder erkannt haben, dass Ausbildung einen hohen Stellenwert hat.  Kownatzki: “ Das wichtigstes Kapital sind für uns die Menschen. Bei uns steht an jeder Maschine ein Facharbeiter.“ 150 Gesellen wurden bisher in ihrem Unternehmen ausgebildet. Viele von ihnen gingen als Kammer-, Landes- oder Bundessieger aus Wettbewerben hervor.

In den letzten 44 Jahren ist aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein Global Player geworden. 100 Männern und Frauen werden hier beschäftigt. Arbeitsplätze, die in einer unsicheren Welt relativ sicher sind, weil das, was man in der Welt des Managements „Kernkompetenz“ nennt, von den Brüdern Kownatzki stets weiter entwickelt wurde.

Für Großkonzerne werden bei Kownatzki in Eigenregie spezielle Produkte und Verfahren entwickelt. Doch das Know-How wurde niemals verkauft, denn das ist es, was das Unternehmen einzigartig und unersetzbar macht - weltweit übrigens.

Zahnräder von 10 Tonnen Gewicht verlassen die Werkhallen der Kownatzki Zahnrad- und Getriebefabrik GmbH & KG. Und eine Vielzahl High-End-Teile für High-End-Technik. „Wir sind nicht der größte Hersteller, wenn es um Stückzahlen geht, aber einer der wichtigsten, wenn es um Technologie und Sonderfertigung geht“, sagt Werner Kownatzki. In diesen Tagen sei beispielsweise eine Delegation aus Fernost in Wehr gewesen, Ingenieure und Manager, die einen großen Produktionsstandort in Korea planen. Vieles – so die Koreaner – könnten sie heute schon ohne europäische Hilfe herstellen, aber wenn es um spezielle Teile geht, dann bräuchten sie die Zahnradexperten aus Deutschland.

Dass Werner Kownatzki ein hochdekorierter Mann ist, versteht sich unter solchen Umständen fast von selbst. Das Bundesverdienstkreuz am Bande hat er erhalten und auch die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. Doch der wirtschaftliche und technologische Erfolg ist dafür nicht der alleinige Grund. Denn auch wenn es Werner Kownatzki, seiner Familie und seinen Mitarbeitern heute gut geht – Werner Kownatzki hat in 44  produktiven Jahren nicht nur gut für sich und die Seinen gesorgt -die Gemeinschaft, die Solidarität, die Jugend und die Zukunft seines Handwerks sind ihm wichtig. Neben der Rolle als Unternehmer blieb auch noch Zeit für das Ehrenamt. Als Landesinnungsmeister des Metallhandwerks in Baden-Württemberg war Werner Kownatzki 13 Jahre an der Spitze des HMF Handwerksverband Metallbau und Feinwerktechnik Baden-Württemberg und da hat er vorgemacht, „wie man Solidarität und Gemeinschaft lebt“. 

Dass der Verband Metallbau und Feinwerktechnik Baden-Württemberg unter seiner langjährigen Führung zu einem leistungsfähigen Dienstleister für das Metallhandwerk im „Ländle“  wurde, darauf ist Werner Kownatzki besonders stolz. Wie gut ihm sein Engagement für sein Handwerk gelungen ist, dafür ist die erfolgreiche Nachfolgeregelung in seinem Unternehmen bestes Beispiel. „Andere bezahlen für eine solche Begleitung Zehntausende für Steuer- und Unternehmensberatung. Uns hat ein sehr kompetenter Berater unseres Verbandes begleitet. Wenn wir bei der Übergabe Fehler gemacht hätten, z.B. im Steuerrecht, hätte das unser Unternehmen unter Umständen Hunderttausende gekostet.“

Handwerk liegt diesem Unternehmer am Herzen, nicht nur, weil es seiner Familie und den Mitarbeitern ein gutes Leben ermöglicht. Handwerk, das ist für Werner Kownatzki, eine Chance für persönliche Entwicklung. Die Sorge, dass junge Menschen heute keine Gelegenheit mehr haben, das Gute am Handwerk zu verstehen, hat ihn dazu bewogen die sehr erfolgreiche Kampagne „Karriere nur mit Lehre“ zu starten.
 
Kownatzki: „Viele Jugendliche haben zu Hause keine Chance, etwas über Handwerk oder Produktion zu erfahren, weil sie allein von ihren Müttern großgezogen werden. Die vaterlose Gesellschaft bedeutet aber: Jugendliche haben keinen Zugang zur Welt der Produktion und Technik.“ Auch die Lehrer und die Schulen, das weiß Kownatzki aus Erfahrung, sind nicht genügend informiert, um dieses Defizit auszugleichen. Schulen und Lehrer können die Jugendlichen deshalb nicht richtig beraten.

 „Dabei  brauchen wir heute die Intelligenz in der Werkstatt, nicht im Büro“, meint Kownatzki. „Im Büro denken doch die Computer inzwischen das Meiste vor, aber bei uns im Handwerk brauchen wir für die Produktion fähige und kluge junge Menschen. Wir haben im Rahmen von „Karriere mit Lehre“ deshalb wiederholt Gruppen von Lehrern eingeladen und durch Betriebe geführt. Die Lehrer saßen am Abend erschöpft da, aber sie waren dankbar dafür, dass sie all diese betrieblichen Dinge sehen durften. Sie geben diese Informationen an die Kollegien weiter. So können Handwerksbetriebe ihr Image verbessern. Sogar das Gymnasium hat angerufen und war enttäuscht,  dass wir sie nicht eingeladen haben.“

Dass Handwerk für den Maschinen- und Werkzeugbau das entscheidende Qualitätssiegel ist, davon ist der Unternehmer Werner Kownatzki mehr denn je überzeugt. Nur im Handwerk erhalten die Fachkräfte eine Ausbildung, die von der Konstruktion über die Steuerung komplexer Maschinen bis zum Qualitätsmanagement für den Produktionsprozess insgesamt befähigt. „Industrie darf sich im Gegensatz zum Handwerk jeder nennen“, meint Werner Kownatzki. „Aber an all unseren Maschinen stehen Facharbeiter, die für das Produkt und seine Teile die komplette Verantwortung haben. Sie richten ein, sie produzieren, kontrollieren und sichern die Qualität. Das ist Handwerk.“

Kontakt
Werner und Günter Kownatzki
Kownatzki Gmbh&Co.KG
Wekstrasse 19
D-79664 Wehr
Tel: 07761-9288-0
Fax.: 07761 9288-299
Mail: info@kownatzki.de
www.kownatzki.de

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