30 m langer Gartenzaun als reine Glaskonstruktion
Minimalistisch-elegante Glaskonstruktionen von Thomas Hammer
Die Kunst, Glas herzustellen und zu verarbeiten, reicht bis ins 1400 Jahrhundert vor Christus zurück. Der Mut, Glas im Innen- und Außenbereich für immer neue Konstruktionen und Funktionen zu verwenden, ist neu. Und immer öfter sind es nicht Glaser, die hier am Werk sind, sondern Metallbauer. Gerade die Moderne mit ihrer „transzendenten“ Materialästhetik und ihren puristischen Inszenierungen nutzt die Eleganz und Transparenz dieses Werkstoffs. Neue Materialeigenschaften und innovative Produkte und Verarbeitungsformen inspirieren Architekten und Metallbauern zu immer neuen Anwendungen. Thomas Hammer ist ein Meister dieses Fachs. Der Metallbauer und Inhaber der Thomas Hammer Stahlmanufaktur hat sich inzwischen zum Spezialisten in Sachen innovative Glasverarbeitung entwickelt. Gemeinsam mit Kunden und Architekten entwickelt er immer neue Lösungen für Stahl-Glas-Konstruktionen. Der Skywalk am Flughafen Köln-Bonn, über den wir im Newsletter 1/2008 bereits berichtet hatten, ist nur ein Beispiel für die Herausforderung mit Glas, die von der Manufaktur bestanden wurde. Glas als ästhetisches Highlight im Wohnbereich – made by Thomas Hammer – findet sich inzwischen in einer Vielzahl der anspruchsvollsten Bauten. Treppen aus Glas, Treppengeländer aus Glas, Glas in Verbindung mit Sanitär- und Poolkonstruktionen und Glas als Umzäunung von Gärten: Die Anwendungen sind vielfältig und im Ergebnis fürs Auge immer wieder überraschend. Wir haben mit Thomas Hammer über die Vorzüge von Glas gesprochen:
Es scheint, dass der Werkstoff Glas inzwischen für immer mehr Lösungen im Innenausbau in Frage kommt. Warum?
Der Grund sind nicht neue Materialeigenschaften. Glas wird heute sehr vielseitig und in Verbindung mit anderen Werkstoffen eingesetzt. Inzwischen werden immer mehr LED-Leuchten oder bedruckte Folien bei der Glasherstellung mit verwendet – das alles mit erstaunlichen Effekten. Es wächst der Mut, "nur" mit Glas zu arbeiten. Dieser Trend wird durch die steigende Anzahl von allgemein bauaufsichtlichen Zulassungen für die Anwendungen von Glas begünstigt.
Wo setzt Ihr Unternehmen Glas ein?
Glas findet bei uns Anwendung bei "Überdachungen" als punkt- oder linienförmig gelagertes Glas. Wir setzen Glas bei "Brüstungen und Umwehrungen" als Verbund-Sicherheits-Glas (VSG) aus "Einscheiben-Sicherheits-Glas oder Teilvorgespanntes Glas" ein, oder als "NUR-Glasgeländer", indem die Gläser unten eingespannt werden und oben mit einem Kantenschutz ausgestattet sind. Im Jahr 2000 hatte mein Betrieb zum ersten Mal VSG-Glas als „befahrbare Fläche“ eingesetzt und Oldtimer darauf gestellt, die unten beleuchtet wurden. (link: http://www.ths-hammer.de/produkte/begehbares-glas-glastreppen/)
Worauf muss man achten, wenn man Glas für Treppen, Geländer oder im Außenbereich einsetzt?
Generell gibt es keinen Unterschied bei der Anwendung für den Innen- oder Außenbereich.
Der Einsatz von Glas als Baustoff ist in den "TRAV" (Technische Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen) und in den "TRLV" (Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen) geregelt. Alle Glasanwendungen, die davon abweichen, müssen durch eine "Zustimmung im Einzelfall" (ZiE) nachgewiesen werden. Betrachtet man nun den Sonderfall „begehbares Glas“, ist heute ein deutlicher Trend hin zu immer filigraneren Konstruktionen festzustellen. Da begehbares Glas immer einer Zustimmung bedarf und filigrane Konstruktionen in den meisten Fällen nicht geregelt sind, kommt die ZiE immer mehr zum Einsatz.
Sie haben kürzlich einen 30 m langen Gartenzaun als reine Glaskonstruktion für einen Kunden entwickelt und hergestellt. Warum war Glas in diesem Fall die beste Lösung?
Der Kunde wollte einen Zaun, der folgende Eigenschaften aufweist:
• 100 %-iger Blickschutz
• Eine Mindesthöhe von 1,40 Meter ab Oberkante der Mauer
• Schönheit und Hochwertigkeit
• Eine Auslaufbegrenzung für den Hund
Im Laufe der Beratung stellte sich dann heraus, dass Glas in diesem Fall die beste Lösung ist. Pfosten in Verbindung mit Stahl/Edelstahl-Füllungselementen brachten nicht den erhofften gestalterischen Effekt. Irgendwann war ich so gefrustet, dass ich alle Entwürfe über den Haufen warf und eine klare, einheitliche, hochwertige und schlichte Lösung als das Optimum ansah. Der Kunde ist von der realisierten Lösung inzwischen voll überzeugt. Das Glas macht den Garten hell und freundlich. Die Lösung ist elegant und schlicht, pflegeleicht, wertbeständig, zeitlos schön und der Kontrast zwischen dem Werkstoff Glas und der Natur spricht alle sehr an.
Ersetzt der Metallbauer heute den Glaser?
Nein. Der typische Glaser setzt heute wie früher Glas bei Fenstern, Schaufenstern und Vitrinen ein. Der Einsatz von technischen Gläsern für Brüstungen, Überdachungen, Glasfassaden und begehbares Glas bleibt dem Metallbauer vorbehalten. Wir erarbeiten heute mit Architekten oder Kunden gemeinsam immer neue innovative Lösungen.
Kontakt
Thomas Hammer Stahlmanufaktur
Neulandstraße 19
74889 Sinsheim
Telefon +49(0)7261 94 39-0
Telefax +49(0)7261 94 39-29
E-Mail info@ths-hammer.de
www.ths-Hammer.de
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