Kein Ding ist ohne Gestalt.

Metallgestalter auf der Internationalen Handwerksmesse gut in Form.

Auf Interesse stieß die Sonderschau „Die gute Form“, mit der der Bundesverband Metallhandwerk in diesem Jahr erstmals Gesellenstücke präsentierte, die sich in den Landeswettbewerben „Gute Form“ durchsetzen konnten. Eine sechsköpfige Jury hatte die Aufgabe, die besten Werkstücke zu prämieren. Den ersten Preis erhielt die Bank von Matthias Federspiel. Das Lesepult von Christoph Falke erreichte den zweiten Platz und ein Tisch von Christian Mayer Platz Drei. Der Messestand, der die Besucher zum Verweilen einlud, stellte selbst ein „Meisterstück“ dar: Schüler der Berufsschule für Metallbau München waren gebeten worden, den Messestand zu konzipieren. Das Ergebnis hielten auch die Fachleute für außerordentlich gelungen.

Was vor hundert Jahren als Gegensatz begann, Design und Handwerk, begegnet uns heute immer öfter als ideale Verbindung. Gestalterische Kompetenz ist nicht mehr das Privileg angewandter Kunst, es erreicht mehr und mehr den Alltag der Betriebe. Das gilt auch für das Metallhandwerk in Deutschland.

Der Wettbewerb „Gute Form“, der seit vielen Jahren bundesweit durchgeführt wird und ambitionierte junge Handwerker motivieren möchte, ihr gestalterisches Können zu zeigen, wurde in diesem Jahr erstmals zum Anlass genommen, um auf das hohe gestalterische Potenzial aufmerksam zu machen, das  im Metallhandwerk „von unten“ nachwächst.

Zugelassen sind Metallgestalter und Schmiede, die im letzten Jahr ihre Gesellenprüfung abgelegt haben und nicht älter als 23 Jahre sind. Bewertet wurden die Arbeiten unter den Gesichtspunkten: Eigenschöpferische Idee, Gestaltung, Gebrauchsfähigkeit, Materialauswahl, -einsatz und -kombination sowie technische Ausführung.

Die auf Landesebene prämierten Gesellenstücke reichten von einem minimalistischen Gewürzboard über schwungvoll geschmiedete, asiatisch anmutende Wandobjekte bis hin zu bodenständigen, klassischen Kunstschmiedearbeiten. Auch die Ergebnisse des Wettbewerbs um die Gestaltung des Messestandes - die von den Schülern angefertigten Modelle im Maßstab 1:20 - wurden hier präsentiert.

An Nachwuchs, so Karsten Zimmer vom Bundesverband Metallhandwerk und Walter Still, hauptverantwortlicher Organisator und Landesfachgruppenleiter der Metall-gestalter in Bayern, mangele es den Metallgestaltern und Schmieden in Deutschland nicht. Ganz im Gegenteil: Metallgestalter und Schmiede erhielten Jahr für Jahr viele Anfragen von metallbegeisterten jungen Männern und Frauen. Einige verließen nach der Ausbildung das Handwerk, studierten Architektur, Produktgestaltung oder technische Fächer. Manche kämen aber später wieder ins Metallhandwerk zurück.

Gestalterische Kompetenz, so Karsten Zimmer, brauche nicht nur der Metallgestalter oder Schmied. Auch der Metallbau sei auf Designkompetenz angewiesen. Denn, so Karsten Zimmer vom Bundesverband: „Kein Ding ist ohne Gestalt“.


Mitglieder der Jury
Johannes Angele – Angele Maschinenbau, Ochsenhausen (Sponsor);
Schmiedemeister Markus Balbach – Schmiedewerkstätte, Laubus-Eschbach/Ts., Bundesfachgruppenleiter Metallgestaltung;
Dipl.-Ing. Jörg Dombrowski – Redakteur M&T Metallhandwerk, Coleman Verlag, Köln;
Metallbaumeisterin Stephanie Heringer – Akademie für Gestaltung im Handwerk, München;
Dipl.-Ing. (FH) Siegfried Huhle – Huhle Stahl- und Metallbau GmbH, Wiesbaden,Vorsitzender BVM-AK Öffentlichkeitsarbeit;
Bildhauer Hubert Schmitt – Werkakademie für Gestaltung, Kassel

Fotos: Erster bis dritter Preis (von links nach rechts)

Kontakt
Karlheinz Efkemann
Bundesverband Metallhandwerk
Tel.: ++49 (0) 201 89619-14
Mail: karlheinz.efkemann@metallhandwerk.de

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