Hunderte Meter Schweißnaht.

Huhle Stahl- und Metallbau GmbH rekonstruiert Winterhafenbrücke in Mainz

Mainz 27.10.2009. Die 1877 eröffnete 37m lange Drehbrücke am Winterhafen zählt zu den ältesten erhaltenen Drehbrücken in Deutschland. Erbaut, um Schiffen auch bei Hochwasser das Befahren diesen Hafenteiles zu ermöglichen, konnte sie seit 20 Jahren nicht mehr geschwenkt werden. Der Zahn der Zeit nagte auch an der restlichen Bausubstanz. Wegen Materialermüdung hätte die Brücke, ein wichtiges Verbindungsstück zwischen Malakoff-Terrassen und Victor-Hugo-Ufer, in Kürze nicht mehr benutzt werden können.

1,1 Mio. Euro hat die Stadt Mainz daher in die Hand genommen, um die Brücke im alten Stil zu erneuern. 2009 beauftragten die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Mainz das in Wiesbaden ansässige Stahlbauunternehmen Huhle als Generalunternehmer mit dem Neubau der Drehbrücke. Projektleitung von Seiten der Stadt hatte Dipl. Ing. Friedrich Funder, die Planung und Berechnung übernahm Dipl. Ing. Horst Surbeck aus Taunusstein.

Sechs Monate lang drehte sich in dem Wiesbadener Stahlbaubetrieb Huhle alles um „die  Brücke“. Das Familienunternehmen, das schon manchen interessanten Großauftrag bewältigt hat, stand dieses Mal nicht nur vor neuen technischen und logistischen  Herausforderungen. Das große Interesse der Öffentlichkeit an diesem Projekt führte dazu, dass dieser ehrenvolle Auftrag quasi unter den Augen der Öffentlichkeit bearbeitet wurde. Dabei hatte jeder Projekt- und Bauabschnitt seine besonderen Tücken.

Erster Akt: Demontage und Verschrottung der alten Brücke
In Anwesenheit vieler Schaulustiger wurde am 20. März 2009 die alte Brücke in drei Teile zerlegt, mit Hilfe eines 500 Tonnen schweren Spezialkranes hochgehoben und auf einer Brachfläche neben dem Gebäude der ehemaligen Wasserschutzpolizei zwischengelagert. Dort wurden die Brückenteile in den nachfolgenden Tagen in kleine Stücke zerschnitten und zu einem Schrottplatz gefahren. 15 Metallbauer der Huhle Stahl- und Metallbau GmbH waren vor Ort, um die notwendigen Schneidearbeiten vorzunehmen und erhöhte Vorsicht war geboten: wegen der bleihaltigen Farbschichten mussten bei der Bearbeitung der Brückenteile alle Funken aufgefangen werden.

Zweiter Akt: Neubau der Brücke
Die ungewöhnliche Größe des Objektes und die hohen Anforderungen an die Arbeiten waren die nächste Herausforderung, der sich alle am Projekt Beteiligten stellen mussten. Bis auf wenige Einzelteile wurden die Elemente der Brücke in den Werkstätten der Huhle Stahl- und Metallbau GmbH gebaut. Die Drehteile wurden bei dem Viernheimer Maschinenbauer Gärtner angefertigt. Wegen der Größe des Objektes wurde auf dem Gelände von Huhle Stahl- und Metallbau GmbH ein Zelt errichtet, das groß genug war, um die  Bauteile zusammen zubauen. Die drei Einzelteile der neuen Brücke  bestehen aus zwei seitlichen Fachwerkbindern, aus Rechteck- und Quadratrohren. Der Mittelteil ist eine reine Schweißkonstruktion. Wegen der hohen Anforderungen an die Statik des Bauteils  war die Qualität der Schweißarbeiten von größter Bedeutung. Nur minimale Toleranzen waren zugelassen. Alleine am Drehkranz, der einen Durchmesser von 4,5 m hat, waren von den geprüften Huhle-Schweißern rund 700m Schweißnaht auszuführen. Schweißfachmann Oliver Huhle: „Wegen der Asymetrie des Bauteils, hatten wir enorme Probleme mit den Materialspannungen und Schrumpfungen.“ Alle Stumpfnähte wurden  vom Institut Dr. Möll mit Ultraschall überprüft und von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mannheim überwacht.

Dritter Akt: Test der hydraulischen Drehfunktion und Endmontage
Am Nachmittag des 27. August 2009 war es dann so weit: in Anwesenheit von Wolfgang Reichel, Beigeordneter der Stadt Wiesbaden, fand auf dem Gelände von Huhle Stahl- und Metallbau GmbH unter Simulation der realen Bedingungen die Funktionsprüfung des neuen Drehmechanismus statt. Nicht nur der Drehkranz mit einem Durchmesser von 4,80 Metern wurde bewegt,  auch der bereits fertige, 5,80 m lange und 8 Tonnen schwere mittlere Teil des Brückenaufbaus wurde für den Praxistest aufgelegt, bewegt und erfolgreich einer Belastungsprobe unterzogen. Die Teile der insgesamt 49 m langen, 4,8 m breiten und 50 Tonnen schweren Brücke wurden nach Fertigstellung zusammengebaut, sandgestrahlt und lackiert. Parallel dazu fand der Einbau der Hydraulikanlage und des Drehkranzunterteils auf dem Mittelpfeiler im Winterhafen statt.

Vierter Akt und Show down:
Transport der Neuen Brücke und Montage vor Ort

Nach der Verladung der Brücke am Abend des 26. Oktober wurde die neue Brücke am nächsten Tag früh morgens um 2 Uhr mit einem Schwertransporter über die Hagenauer Straße, die Friedrich-Bergius-Straße und die Äppelallee zum Schiersteiner Hafen transportiert. Der dort am gleichen Morgen aufgebaute 500-Tonnen-Schwerlastkran hob die Brücke auf ein Schubschiff, das die Brücke zum Winterhafen brachte. Dort wurde die Brücke mit Hilfe eines  Spezialkranes hochgehoben und in die bestehenden Brückenlager eingesetzt.

Fotos: Transport und Montage der neuen Drehbrücke am Winterhafen durch Huhle Stahl- und Metallbau.

Kontakt
Huhle Stahl- und Metallbau GmbH
Oliver Huhle
Hagenauer Str. 25
65203 Wiesbaden
Tel.: +49 (0) 611 96 777-0
E-Mail: ohuhle@huhle-stahlbau.de
www.huhle-stahlbau.de

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