Da muss man schon mal Geld auf den Tisch legen...

Metallunternehmer schwören auf Northeimer Modell

Reimer Lange, Seniorchef der Gawron GmbH & Co. KG, Metallunternehmer in Norddeutschland, ist vom Northeimer Modell mehr als überzeugt: "Die erste Ausbildung nach dem Northeimer Modell war für uns und den Mitarbeiter ein großer Erfolg. Deshalb machen wir jetzt den zweiten Durchlauf." Der erfolgreiche Unternehmer kennt die Bildungsangebote des Metallhandwerks auf Landes- und Bundesebene gut. Das Northeimer Modell, nach dem Abiturienten oder junge Leute mit Fachhochschulreife nach 3,5 Jahren die Gesellenprüfung und den Meister machen können, ist für ihn der Königsweg zur Ausbildung von Fach- und Führungskräften. Sein Unternehmen beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter, darunter 20 Auszubildende und acht Diplomingenieure, Volks- und Betriebswirte. Mit seiner Einschätzung steht Reimer Lange nicht alleine. Auch Jürgen Gottsberg, Seniorchef der Hans Gottsberg GmbH in Hamburg oder Franz-Peter Mülfarth, Metallbauer in Köln, schwören auf diesen Bildungsgang. Jürgen Gottsberg hat schon den dritten Abimeister in der Ausbildung und Franz-Peter Mülfarth seinen Enkel. Sein Unternehmen, sagt Gottsberg, komme mit normalen Realschulabgängern einfach nicht mehr klar. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es sich nicht lohne, Kompromisse bei der Ausbildung einzugehen. Das sei auf die Dauer zu teuer. Alle drei Unternehmer sind sich einig: Führungskräfte im Metallhandwerk brauchen sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen, ganz gleich ab sie im Büro oder in der Werkstatt arbeiten. Franz-Peter Mülfahrt bringt es auf die einfache Formel: "Man muss Sachverhalte oder Projekte nicht nur denken, sondern auch in der Praxis umsetzen können". Das Studium an einer Technischen Hochschule halten alle drei Unternehmer für keine optimale Voraussetzung für eine Führungsaufgabe im Handwerk. Die Gawron Diplomingenieure haben, so Reimer Lange, alle eine doppelte Ausbildung, d.h. Lehre plus Studium und kaufmännische Zusatzqualifikationen. Reimer Lange: "Das Northeimer Modell deckt den personellen Bedarf der meisten Metallhandwerksbetriebe in nahezu idealer Weise ab, vor allem den für die mittlere und höhere Führungsebene." Alle drei Unternehmer haben die Erfahrung gemacht, dass es schwieriger geworden ist, Haupt- und Realschüler zu finden, die den hohen Anforderungen gewachsen sind, die der Alltag in den Betrieben heute stellt. Umso glücklicher sind sie, wenn Kandidaten die Voraussetzungen für die Ausbildung zum Abimeister erfüllen. Reimer Langes Abimeister haben erst spät den Einstieg ins Handwerk gewagt. Reimer Lange: "Unser erster Bewerber hatte sein Studium abgebrochen, war aber vor allem im EDV-Bereich hoch kompetent. Er ist heute direkt unter der Betriebsleitung angesiedelt und unser wichtigster Gesprächspartner, wenn es um die EDV geht. Was der hier bei uns in diesem Bereich leistet, ist sensationell." Der zweite Abimeister fand über den Umweg einer Berufsakademie in das Unternehmen.           

Dass die Ausbildung zum Abimeister mit  Kosten verbunden ist, ist für diese Unternehmer kein Argument gegen das Northeimer Modell. Jürgen Gottsberg ist sich sicher, dass die Ausbildung zum Abimeister unterm Strich sogar günstiger ist als normale Ausbildungsverhältnisse: "Ab dem dritten Lehrjahr können wir sie wie Gesellen einsetzen. Dabei  leisten sie die höherwertigere Arbeit." Reimer Lange: "Ausbildung und Qualität kosten Geld. Man kann als Metallbauunternehmer nicht sagen: Es gibt keine Leute am Markt und sich gleichzeitig aus der Ausbildungsverantwortung stehlen. Da muss man auch schon mal Geld auf den Tisch legen." Franz-Peter Mülfarth bringt es auf eine einfache kölsche Formel: "Wat nix kostet, is auch nix". Er investiert lieber in Mitarbeiter als in Maschinen. Menschen seien flexibler und sein Unternehmen profitiere vielfältig davon. Die Argumente, mit denen man Abiturienten überzeugen könne, einen dualen Bildungsweg zu gehen, liegen nach Ansicht dieser Unternehmer auf der Hand: Es sei interessanter, befriedigender und oft auch besser bezahlt, im Handwerk eine Führungsaufgabe zu übernehmen und an konkreten Projekten praktisch zu arbeiten, als in großen Unternehmen Rädchen im Getriebe zu sein oder nur am Schreibtisch zu sitzen. Franz-Peter Mülfahrt ist von der Ausbildungsqualität in Northeim begeistert. Mülfarth: "Die Bezeichnung "Northeimer" ist nicht nur für mich ein Qualitätssiegel. Was dort im Theorieblock gelernt wurde, kann anschließend sofort in der Praxis erprobt werden. Die Ausbildung ist besser als bei den Kammern, die das Modell inzwischen kopieren. Diese Ausbildung ist einfach spitze."

Kontakt
Elke Pape
BFM Bundesfachzentrum Metall und Technik Northeim
Am Rhumekanal 18
37154 Northeim
Tel.: +49(0)5551 34 59
Fax: +49(0)5551 66 47 3
E-Mail: e.pape@bfm-northeim.de
www.bfm-northeim.de

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