Abi-Meister machen ihren Weg.
Mit Geschicklichkeit, Durchsetzungskraft und Spaß an Metall.
Deutschlands Metallbranche boomt. Ihre Produkte und Leistungen sind weltweit gefragt. Dank des Northeimer Modells finden Abiturienten heute immer öfter den Weg ins Metallhandwerk. In nur drei Jahren erlernen junge Männer und Frauen ein anspruchsvolles Metallhandwerk, machen die Gesellenprüfung und die Ausbildung zum Meister. Als künftige Fach- und Führungskräfte der Metallbranche sind sie nicht nur heiß begehrt. Sie verdienen auch von Anfang an. In dreimonatigem Wechsel verbringen Abi-Meister ihre Zeit in ihrem Lehrbetrieb und im Studium. Theorie und Praxis gehen hier Hand in Hand. Wer diesen Abschluss hat, muss sich vor internationalen Eliten nicht verstecken. Denn alle Unternehmen freuen sich über Bewerber, die nicht nur viel wissen, sondern auch viel können.
Die 20- jährige Mareen Kaupp und der 28- jährige Peer Strogies haben eines gemeinsam. Beide haben sich aus guten Gründen für den Abi-Meister entschieden. Beide haben das "Metallhandwerks-Gen" im Blut und sie sind wirklich froh darüber.
Während Mareen im ersten Lehrjahr ist, täglich etwas Neues über den faszinierenden Werkstoff Metall lernt und die Vielfalt seiner Einsatzmöglichkeiten, leitet Peer Strogies in Houston, Texas, an einem medizinischen Forschungsinstitut die feinmechanische Werkstatt, die er selber aufgebaut hat. Gegen 18 nationale Bewerber hat er sich durchgesetzt und den Job bekommen. Er ist sicher: Die deutsche Ausbildung ist sensationell gut. Ihm stehen in Deutschland und in der Welt alle Türe offen. Abi-Meister: Dieser Bildungsweg ist die Antwort der Fachzentren des Metallhandwerks in Deutschland auf den Wunsch vieler Abiturienten nach 13 Jahren Schule auch weiterhin die Schulbank zu drücken und sich dabei die Welt nicht nur theoretisch anzueignen. Peer Strogies weiß, was graue Theorie allein bedeutet. Er hatte nach dem Abitur ein Maschinenbaustudium in Clausthal-Zellerfeld begonnen, denn er hatte sich von klein auf für Technik interessiert, war fasziniert davon mit Maschinen etwas herstellen zu können. Das Studium fand er deprimierend, denn es hatte, so er erzählt er, "nur mit Theorie zu tun". Ingenieure, das wurde ihm immer bewusster, "sitzen nur am Schreibtisch, kalkulieren oder reden". Theorie, sagt Peer Strogies "ist gut und schön, aber ich wollte auch etwas mit meinen Händen schaffen". Das darf der 28jährige nun und seine Arbeit erfüllt ihn mit Leidenschaft. In Houston hat er einen sehr verantwortungsvollen Job. In dem Forschungslabor wird mit 5-achsgefertigten Hightech 3D-Oberflächen gearbeitet, die Peer in seiner Werkstatt herstellt. Er lernt jeden Tag etwas dazu. Auch, dass der Weg, den er für sich gewählt hat, der richtige ist. In den USA ist er mit seinem Können und Wissen am richtigen Platz und unverzichtbar. Was er kann, kann keiner. Und schon gar nicht ein Ingenieur. Die amerikanische Ausbildung, erzählt er, ist eigentlich keine, oder wenn, dann nur auf einem sehr schmalen Gebiet. Alles andere ist Praxis, aber Praxis alleine ist eben nicht genug. Es kommt auf die richtige Mischung von Theorie und Praxis an. Aus amerikanischer Perspektive ist Deutschland das Superland der Ausbildung. Peer Strogies: Wenn man immer in Deutschland lebt, merkt man gar nicht, dass uns die ganze Welt um die duale Ausbildung beneidet.
Mareen Kaupp freut sich derweil auf den ersten wohlverdienten Urlaub. Ein Jahr lang hat sie im Wechsel drei Monate in der Werkstatt und drei Monate im Lehrsaal gearbeitet. Von den Möglichkeiten in den Werkstätten und von der Kompetenz und dem Engagement der Dozenten ist sie begeistert und sagt: "Mich fasziniert der Werkstoff Metall. Ohne ihn ist unsere Welt gar nicht denkbar. Metall hat wahnsinnig viele Verwendungszwecke. Das zu erlernen und zu erforschen finde ich total interessant. Ich liebe Neuentwicklungen besonders und finde es unglaublich, wie viele neue Fertigungsverfahren es gibt."
Mareen, deren Eltern einen Metallbaubetrieb haben, weiß, was es heißt, selbstständig zu sein und kann sich durchaus vorstellen irgendwann auch selber einen Betrieb zu leiten. Ihre Entscheidung für den Abi-Meister hatte auch mit dem entschiedenen Wunsch zu tun, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen: "Mein eigenes Geld zu haben, das war super wichtig für mich". Die nächsten Jahre wird sie aber erst einmal in ihrem Ausbildungsbetrieb, dem Metallbaubetrieb IBF GmbH in Biberach weiter lernen und arbeiten. Dort möchte Mareen nach dem Abschluss ihre Meisterschaft beweisen. Sie freut sich darauf, kompetent Ratschläge geben zu können, kreativ arbeiten zu dürfen und in wichtige Betriebsentscheidungen einbezogen zu werden. Was muss man mitbringen, um als Frau im Metallhandwerk erfolgreich zu sein? Mareen Kaupp: "Man braucht Geschicklichkeit. Kraft ist heute nicht mehr so wichtig. Man braucht Durchsetzungsvermögen, technisches Verständnis und Spaß daran, mit dem Werkstoff Metall zu arbeiten."
Kontakt
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BFM Bundesfachzentrum Metall und Technik Northeim
Am Rhumekanal 18
37154 Northeim
Tel.: +49(0)5551 34 59
Fax: +49(0)5551 66 47 3
E-Mail: e.pape@bfm-northeim.de
www.bfm-northeim.de
Annett Mietzsch
MFM Mitteldeutsches Fachzentrum Metall und Technik
Döbelner Str. 69
04741 Roßwein
Tel.: +49(0)34322 51 50
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