In sechs Monaten zur Gesellenprüfung.

Die Krise als Qualifizierungschance.

Wer mindestens 5 Jahre Praxiserfahrung vorweisen kann, kann zur sogenannten Externenprüfung zugelassen werden und die Gesellenprüfung ablegen. Im Rahmen einer sechsmonatigen Vorbereitungsmaßnahme wurden angelernte Mitarbeiter aus regionalen Metallbetrieben auf die Externenprüfung zum Zerspanungsmechaniker vorbereitet. "Wir haben in diesen sechs Monaten bei den erwachsenen Teilnehmern das in der Praxis erworbene, gesicherte Halbwissen in gesichertes Wissen umgewandelt" erläutert Diether Hils, Leiter des Bundesfachzentrums Metall und Technik Northeim, die Leistung seiner Schule. Für ihn ist die 6-monatige Qualifizierung der angelernten Fachkräfte ein Beispiel dafür, dass die Krise als Chance genutzt werden kann. Die Maschinentechnik Moringen und die Klenke Maschinenfabrik GmbH Sudheim, beide Zulieferer und beide in Folge des Konjunktureinbruchs zu Kurzarbeit gezwungen, wollten ihren angelernten Mitarbeitern die Qualifizierung zum Facharbeiter mit Gesellenbrief ermöglichen. Finanziert wurde die Maßnahme durch die Arbeitsagentur Northeim aus Mitteln des Konjunkturprogramms II. Für Diether Hils ist diese Maßnahme bezogen auf das Konjunkturprogramm und das damit zusammenhängende Ziel, die Krise zur Qualifizierung von Fachkräften zu nutzen, "ein absolutes Modellprojekt".

Vorgeschlagen wurden die Mitarbeiter für die Qualifizierung, die im Alter von Ende 20 bis Ende 40 waren, durch den Betrieb. Bei der Arbeitsagentur mussten sie einen Eignungstest bestehen und das Bundesfachzentrum Metall und Technik in Northeim übernahm die fachliche Einschätzung. Danach war klar, wo die "Schüler" stehen, und welche Inhalte im Laufe der sechs Monate vermittelt werden mussten. Auf dem Stundenplan standen anschließend unter anderem CNC-Technik und fachtheoretischer Unterricht wie Werkstoffkunde und Fertigungstechnologien. Das Ziel war klar: die künftigen Gesellen mussten nach sechs Monaten das gesamte Ausbildungsprofil nachweisen können, dass von einem Facharbeiter nach einer Lehrzeit erwartet werden kann. Die Prüfung wurde vom Prüfungsausschuss der Innung Metallhandwerk Northeim-Einbeck abgenommen. Inzwischen sind die frischgebackenen Gesellen wieder in ihre Betriebe zurückgekehrt und leisten dort hervorragende Arbeit. Für Unternehmen und Beschäftigte steigen auf diese Weise gleichermaßen die Chancen auf den Aufschwung nach der Krise. Diether Hils: "Diese Möglichkeit steht grundsätzlich allen angelernten Mitarbeitern aus der Metallbranche zu Verfügung."

Fotos: Diether Hils (links); Fortbildung, Lisa F. Young-fotolia.com

Kontakt
Diether Hils
Bundesfachzentrum Metall und Technik gGmbH
Am Rhumekanal 18
37154 Northeim
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