Problematische Unternehmens-Finanzierungen.
Interview mit Dipl. Kaufmann Stephan Lohmann über die Chancen und Risiken im Bankgespräch.
Der Landesverband des Metallhandwerks NRW befürchtet, dass 2010 das Jahr der „problematischen Unternehmens-Finanzierungen“ wird. Warum?
Erstens ist 2010 für viele bereits das zweite Jahr mit einer Absatzkrise. Die liquiden Eigenmittel wurden im vergangenen Jahr schon belastet. Bei weiterhin schwachem Wachstum schwinden sie 2010 weiter. Zweitens führen schlechtere Jahresabschlüsse zu noch mehr Zurückhaltung bei den Banken und einem schlechteren Rating und die Risikopositionen der Banken werden verschärft überwacht. Drittens werden auch die Kreditversicherer immer zurückhaltender. Das ganze hat negative Auswirkungen direkt auf die Liquiditätsausstattung der metallhandwerklichen Unternehmen.
Wie können Betriebsinhaber ihre Gesprächsposition deutlich verbessern?
Unternehmer können ihre Position immer verbessern, wenn es ihnen gelingt, ihre Geschäftspartner von der wechselseitigen Vorteilhaftigkeit eines Geschäftes zu überzeugen. Das ist natürlich zunächst einmal sehr abstrakt, trifft jedoch den Kern. Das Geschäft des Bankers besteht darin, „Geld zu verkaufen“. Es geht deshalb darum, das eigene Unternehmen gut zu präsentieren. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die erstellten (Verkaufs-) Unterlagen zum Banker passen. Erfolgversprechend ist klassischer Weise ein Geschäftsbericht inklusive der strategischen und monetären Planung. Aber auch die besten Unterlagen ersetzen nicht den Unternehmer und die Stellung zusätzlicher Sicherheiten - zum Beispiel durch den Einsatz von Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW.
Was können Sie tun, um ihre Mitglieder dabei zu unterstützen, diese Hürde zu nehmen?
Wir hier in NRW und die Kollegen in den anderen Landesverbänden helfen den Mitgliedern auf den unterschiedlichsten Wegen. Es finden individuelle Beratungen statt, in denen die klassischen Bankunterlagen und die Gespräche intensiv vorbereitet werden. Wenn gewünscht, begleiten wir die Firmenvertreter beim Bankgespräch. Im Zuge der gewissenhaften Vorbereitung werden natürlich auch die Möglichkeiten öffentlicher Förderungen eruiert. Unsere Mitglieder unterstützen wir durch unsere exklusiven Workshops: „Investition und Finanzierung“, „Professionelle Geschäftsberichte erstellen“ und „Bankgespräche erfolgreich vorbereiten“ sowie mit interaktiven Angeboten. Die meisten Informationen geben wir über unsere Mitgliederzeitung „Metall aktuell“ und über unsere Website www.metallhandwerk-nrw.de.
Was macht ein Unternehmen, wenn die Hausbank trotzdem nicht mitzieht?
Das ist so nicht zu beantworten. Hier spielen sicherlich die Gründe des „Nicht-Mitziehens“ eine Rolle. Je nach Sachlage muss in den beanstandeten Bereichen nachgearbeitet werden. Lehnt die Bank konsequent alle Vorschläge ab, wird es natürlich schwer. Manchmal muss auch ein Berater erkennen, dass es an einer Stelle nicht weiter nach vorn geht. Dann sind kreative Lösungen gefragt.
Kontakt
Stephan Lohmann
Fachverband Metall NRW
Ruhrallee 12
45138 Essen
Tel.: +49 (0) 201 89 64 716
E-Mail: s.lohmann@metallhandwerk-nrw.de
www.metallhandwerk-nrw.de
Die Imagekampagne des Deutschen Handwerks: Metall ist dabei mehr>


