Handfest fotografiert Handwerk mit viel Gefühl.
Interview mit Rolf Göbels, Chefredakteur Handfest.
Jugendgerechte Sprache und überragend gute Fotos sind das Erfolgsgeheimnis von Handfest, einer Zeitung rund um Ausbildung im Handwerk. Rolf Göbels ist Chefredakteur des Periodikums, das vom Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) herausgegeben wird. Die besten Fotos und Geschichten rund um das Metallhandwerk wurden im Auftrag des Bundesverbandes Metallhandwerk in der aktuellen Ausgabe von Handfest zusammengefasst. Herausgekommen ist ein starkes Produkt. Wir fragen den Redakteur und Fotografen nach seinem Erfolgsgeheimnis:
Herr Göbels, es gelingt Handfest vor allem auch mit seinen herausragend guten Fotos, die Begeisterung junger Menschen für das Handwerk zu kommunizieren. Wie schafft die Redaktion das?
Handfest ist vor über zehn Jahren mit großen Zielen und einer Flut an Bildern und Ideen gestartet. Alles musste rein. Viel Farbe und starke Kontraste standen im Vordergrund. Wir haben uns entwickelt und gemerkt, dass es bei der Berufswahl nicht um höher, weiter, besser geht, sondern um das, was ein Beruf idealerweise sein sollte: Berufung. Entscheidend ist, ob ich mich mit dem, was ich den ganzen Tag mache, wohlfühle. Das wollten wir mit unseren Fotos zeigen: junge Menschen, die ehrlich, authentisch, ungeschminkt sind und viel Charakter haben. Wir wollen, dass unsere Leserinnen und Leser nachempfinden, wie sich dieser oder jener Handwerksberuf anfühlt.
Wie schafft man es, dieses Gefühl ins Bild zu bekommen?
Mit Tätigkeitsbeschreibungen, Superlativen und Aufnahmen von Models bekommen wir das nicht hin. Es geht um mehr. Es geht um die eigene Zukunft. Da kommt es jungen Menschen nicht auf ‚geflasht und gestylt’ an. Es geht um die ehrliche Überzeugung. Die erreichen wir mit leisen Tönen, mit Geduld und Zuhören. Porträtfotografie hat mehr mit Vertrauen als mit Technik zu tun.
Was macht Ihrer Erfahrung nach einen Handwerksbetrieb für junge Leute attraktiv?
Große Jugendstudien untersuchen regelmäßig, was Jugendliche wünschen, welche Ziele sie haben und was ihnen im Leben wichtig ist. Man untersucht diese Ansprüche und passt seine Werbung an diese Erkenntnisse an. Ich denke, Betriebe die qualifizierte junge Leute suchen, tun sich mit so einem oberflächlichen Vorgehen keinen Gefallen. Es geht vielmehr darum, Jugendlichen zu vermitteln, wofür ein Betrieb steht, welche Werte ihm wichtig sind und auch gelebt werden. Betriebe, die in Bezug auf ihre Unternehmensphilosophie klar aufgestellt sind und das nach außen kommunizieren, haben selten Probleme, passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Man sollte aber nichts nach außen kommunizieren, was man nicht tatsächlich lebt. Unzufriedenheit und hohe Fluktuation sind dann die Folgen. Neben Ehrlichkeit in der Außendarstellung ist es auch wichtig, wie sich ein Unternehmen in die Region einbringt und sich an Aktionen beteiligt, die Schulen, Agenturen und Kammern organisieren. Gut und überzeugt auszubilden ist das Eine. Wer außerdem noch in regionalen Netzwerken aktiv ist und Praktika anbietet, kommt mit Sicherheit auch gut durch den demografischen Wandel.
Worauf sollten Betriebe in der Bildkommunikation achten, wenn sie junge Menschen gewinnen wollen?
Weniger ist mehr und deutlicher. Man sollte auf Details verzichten und betonen, worauf es ankommt. Motive, die Emotionen kommunizieren sind bei Jugendlichen wirkungsvoller. Das ruhig-zufriedene Portrait einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters sagt mehr über ein Unternehmen aus, als eine neue Maschine, die Millionen kostet. Understatement ist sympathischer als Gigantomanie. Damit sage ich nicht, dass einfacher auch billiger ist. Das Gegenteil ist der Fall. Es muss eine Idee und eine Überzeugung dahinter stehen. Darum geht’s.
Kontakt
Rolf Göbels
Redaktion Handfest
Drususstraße 13a
40549 Düsseldorf
Tel.: +49 (0) 211 30 07 760
E-Mail: rolf.goebels@handfest-online.de
www.handfest-online.de
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