König August III: On The Road Again.

Das Urteil der Geschichte ist manchmal hart und wankelmütig. Davon kann auch König August III von Sachsen ein Liedchen singen. Anders als sein Urgroßvater, dessen sagenhafter Appetit auf das Leben bis heute gerühmt wird, hat es der 1806 immerhin zum König beförderte Kurfürst schwer, seinen Platz in der Geschichte zu behaupten. Und was für ihn persönlich gilt, gilt selbstverständnlich auch für das Monument, das man ihm nach seinem Tod setzte. Die Bronze, die fast 100 Jahre den Zwingerhof in Dresden schmückte, wurde, als der König und das Biedermeier in den 30er Jahren aus der Mode kam, an den äußersten Rand der Stadt versetzt. So entging es aber nicht nur vielen Blicken sondern auch den Flächenbombadierungen, die Dresden so hart trafen. 

Nun glänzen sie wieder, der König und seine Vertrauten. Seit dem 29. Mai diesen Jahres. Direkt neben dem Schloss. Diesen neuen Glanz verdankt der König der liebevollen Restaurierung durch Meisterhand und der Tatsache, dass der Stern des Künstlers Ernst Rietschel, anders als der des Königs, niemals sank. Ganz im Gegenteil: Rieschel gilt heute als bedeutendster deutscher Bildhauer seiner Epoche. Nicht des Königs wurde also in diesem Jahr gedacht, sondern des Künstlers und seinem Genie.

Was den König angeht: Nun, die Historiker finden ihn eher unbedeutend. Anders als mancher Zeigenosse hat August III keine „Geschichte geschrieben“. Konservativ soll er gewesen sein, pflichtbewußt und gläubig. Nichts Aufregendes gibt es über ihn zu berichten. Keine Ausschweifungen, keine Eroberungszüge, keine Heldentaten. Einer der am liebsten neutral geblieben wäre, aber gut für die Wirtschaft. Einer den man zum Krieg nötigen musste. Beim Volk daher beliebt. Vielleicht deswegen.

Nicht nur der Ruhm des Künstlers hat die zwei Jahrhunderte überlebt. Auch die Gräfliche Einsiedelsche Eisenhütte Lauchhammer, die damals den Auftrag erhielt, Teile des Monumentes zu gießen. Dass die Restauration eines Monumentes dieser Größenordnung kein Kinderspiel ist, versteht sich von selbst. Das auf Restauration spezialisierte Unternehmen Fuchs & Girke erhielt diesen ehrenvollen Auftrag.  Es ist mit 150 Beschäftigten eines der größten seiner Art in Deutschland. Unter seinem Dach befinden sich alle Gewerke, die der Denkmalschutz erfordert: Metallbauer, Steinmetze und Maurer arbeiten hier Hand in Hand mit Kunsthistorikern und Restauratoren im Handwerk aus allen Sparten.

Der König und seine Begleiter wurden vom Sockel gehoben und alle Elemente in die Werkstatt gebracht. „Die Deformierungen wurden gerichtet, Schrauben des Innengerüstes ersetzt, Löcher und Korrosionsschäden beseitigt und die Figuren mit Wachs konserviert“, erzählt die Fuchs & Girke Expertin Felicitas Werner. Die Kunst der Restauratoren habe wie so oft darin bestanden, die Schäden zu beseitigen, ohne das Vorhandene zu zerstören. Werner: „Dafür braucht es vor allem Geduld“. Anders als grüne Patina, die nicht nur gut aussehe, sondern auch das Material schütze, sei schwarze Patina ein Angriff auf die wertvolle Substanz. In den Werkstätten haben die RestauratorInnen geduldig mit dem Skalpell Schicht um Schicht der schadhaften Oberfläche abgetragen. Eine Arbeit, die sich gelohnt hat. Werder: „Die Figuren waren sehr hochwertig gegossen“, erzählt die Projektleiterin. „Ihre Oberflächen sind glatt wie ein Edelstein“. Das Wachs, mit dem die Bronze versiegelt wurde, dient dem Schutz vor Umwelteinflüssen und erzeugt einen neuen Glanz, in dem sich der Künstler und August III jetzt eine ganze Weile sonnen dürfen. Sehr zu Freude der Betrachter. 

Foto: August der III auf Reisen, Foto: Fuchs + Girke Bau und Denkmalpflege GmbH, 01458 Ottendorf-Okrilla
 

Kontakt

Felicitas Werner
Fuchs & Girke
Tel: ++49 (0) 35205 ) 436 - 0
Mail: f.werner@fuchs-girke.com

www.fuchs-girke.com

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